Devid Striesow feiert mit Fremde Sonne I, II (mit Sebastian Blomberg) und III Premiere am 26. und 27.09. am Schauspielhaus Hamburg

Fremde Sonne I: Prolog / Zwischenspiel / Die Argonauten

Roland Schimmelpfennig überführt das Heldenepos in eine antiheldische Groteske des schwarzen Humors mit Anleihen an Splatter und Mystery. Aus der Paranoia der Argonauten erwächst eine zunehmende Gewaltbereitschaft, je näher sie der Fremde kommen. Die Expedition wird enttarnt als imperialistischer Raubfeldzug zwischen Wahn und Wirklichkeit. Eine Odyssee als Parabel auf die Verrohung der menschlichen Gesellschaft unter Extrembedingungen.

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Fremde Sonne II: Medea in Kolchis mit Sebastian Blomberg

Vier Menschen sitzen beieinander. Vieles deutet darauf hin, dass sie sich in einer Art Therapiesitzung befinden oder in einer Psychiatrie. Es könnte aber genauso gut das Jenseits sein, eine Unterwelt wie die des Hades. Unter den vier Menschen befindet sich einer, der seit langem tot ist, Absyrtos, der Bruder der Medea, während die anderen – Iason, Medea, Aietes – noch am Leben sind. Eine Begegnung der Lebenden, Untoten und Toten, die so niemals stattgefunden haben kann. Roland Schimmelpfennig ersinnt eine Art Erinnerungsraum, in dem die vier mühsam eine gemeinsame Version der Geschichte zu „rekonstruieren“ suchen. Wir folgen ihnen nach Kolchis, um zu erfahren, was genau damals dort geschehen ist. Medea hat Iason zum Goldenen Vlies verholfen, so viel steht fest. Aber aus welchem Grund? War es Liebe oder Berechnung? Und wer hat nun ihren Bruder Absyrtos zerstückelt, um den Vater Aietes an der Verfolgung zu hindern? Ausgangspunkt des Textes ist eine Retrospektive und die Frage nach der Macht der Narration, die die Wirklichkeit rückwirkend scheinbar zu korrigieren vermag.

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Fremde Sonne III: Medea in Korinth

Mit »Medea« hat Euripides eine der faszinierendsten und verstörendsten Tragödien der Antike geschaffen. In über 200 Bearbeitungen erfährt sie eine enorme Rezeptionsgeschichte. Anfänglich nur eine Episode in der Fahrt der Argonauten, wird Medea im Laufe der Jahrhunderte zu einer der bedeutendsten Frauenfiguren der Weltliteratur. Roland Schimmelpfennigs Bearbeitung des Stoffes verbindet die Tragödie des Euripides mit dem psychologischen Zugriff Grillparzers und legt den Schwerpunkt auf die Reflexion des Mutterbildes in einer Männergesellschaft. Iason und Medea haben ein rastloses Nomadendasein in Griechenland hinter sich. Medea ist und bleibt die Fremde, die argwöhnisch beäugt und gemieden wird. Der hiesigen Erwartung an eine „gute“ Ehefrau und Mutter entspricht sie jedenfalls nicht. Aus Iolkos musste das Paar fliehen wegen Mordverdachts am Herrscher Pelias. Jetzt, im neuen Asyl Korinth, beschließt Iason, dieser Unglücks-Liaison ein Ende zu bereiten und Medea zu verlassen, um die Königstochter Kreusa zu heiraten und endlich doch noch König zu werden. Medea und die Kinder sollen verbannt werden. Die Fremde stört nur noch. Da beschließt sie eine ungeheure Tat: sie wird ihre beiden Kinder opfern – für ihr Gerechtigkeitsempfinden, als Vergeltung dafür, dass ihr nur mit Ressentiment und Misstrauen begegnet wird, als grausamer Akt gegen Iason, sich selbst und ihre Fehlentscheidung, dem Mann in die andere Welt gefolgt zu sein.

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In allen Stücken spielt Devid Striesow mit