Deutscher FernsehKrimi-Preis 2026 für Melika Foroutan und Daniel Geronimo Prochaska

Das 22. Deutsche FernsehKrimi-Festival ging am Freitag mit der Verleihung der diesjährigen Preise zu Ende.

Doppelt ausgezeichnet wurde der neue Frankfurter Cold-Case-„Tatort“: Melika Foroutan und Edin Hasanović wurden mit einem Sonderpreis für ihr herausragendes Zusammenspiel geehrt. „Melika Foroutan beeindruckt mit einer eleganten Präsenz in ihrer Souveränität, sowohl innerhalb der Figur als auch im Spiel selbst. Ohne jede Eitelkeit eröffnet sie der Verletzlichkeit ihres Gegenübers einen Schutzraum. Die Wucht in Edin Hasanovićs kompromisslosem Spiel konfrontiert uns mit dem Schmerz seiner Figur Hamza und lässt uns keine Chance, dem zu entkommen. In dieser Kombination erschaffen sie in den kammerspielartig anmutenden Szenen im Keller eine elektrisierende Lebendigkeit, die gleichsam fesselt und berührt“, schreibt die Jury. Auch die Publikumsjury des „Wiesbadener Kuriers“ vergab ihre Auszeichnung an den „Tatort – Dunkelheit“ und lobte die „Sogwirkung, der man sich kaum entziehen kann“.

Ein weiterer Sonderpreis ging nach Österreich an „Eierkratzkomplott – Ein Stinatz-Krimi“ von Regisseur Daniel Geronimo Prochaska. Die Jury schreibt hierzu: „‚Eierkratz-Komplott‘ lädt uns an einen Ort ein, den wir so noch nicht kannten, doch jetzt definitiv nicht mehr missen möchten. Vor allem dank eines ebenso warmherzigen, wie einzigartigen Ensembles haben wir uns von der ersten Minute an verliebt in eine Welt, in der das Ausblasen von Eiern ebenso existenziell ist, wie ein Toter auf der Sonnenbank. Aber auch die einzigartige Kamera, die liebevolle Ausstattung, der überraschende Schnitt und die pointierte Musik zeigen uns, was alles möglich ist, wenn man Humor in das Krimi-Genre Einzug halten lässt.“

Zudem wurde die Serie „Sternstunde der Mörder“ mit Nicholas Ofczarek und Devid Striesow als beste krimiserie des Jahres ausgezeichnet. Die Jury sagt: „Sternstunde der Mörder“ fängt uns mit ausdrucksstarken Bildern ein, kontrastreich geleuchtet, kreativ aufgelöst, und wirft uns in das Prag von 1945, eine Zeit, in der Gewalt an der Tagesordnung steht, mit der jedoch visuell sensibel umgegangen wird – implizit und doch nicht verharmlosend. Die Serie zeichnet sich durch eine große Stimmigkeit aus. Kostüm, Bildgestaltung, Geschichte und Charaktere ergänzen einander und besonders der Einsatz der Zweisprachigkeit fällt ins Auge. Oder eben nicht; denn geschickt geben sich Deutsch und Tschechisch die Hand und verleihen Charakterbeziehungen neue Bedeutungsebenen. Die Zuschauenden werden von der Vielschichtigkeit der Charaktere herausgefordert, aus Sympathie und Abneigung ins grundsätzliche Hinterfragen überzugehen. Die Rollen der Frauen wirken historisch angepasst und zeugen gleichzeitig von Stärke, Bestimmtheit und Relevanz.

Link zum FernsehKrimi-Preis