Tanja (Sylvaine Faligant) und Jerome (Jannis Niewöhner) führen eine scheinbar moderne Fernbeziehung zwischen Berlin und dem hessischen Maintal. Tanja ist eine gefeierte Autorin, die in der Hauptstadt auf der Suche nach Inspiration für ihr nächstes Buch durch die Clubs und Cafés streift. Jerome hingegen lebt zurückgezogen im renovierten Bungalow seiner Eltern, wo er als Webdesigner arbeitet, Sport treibt und seinen Alltag als spirituelle Einkehr versteht. Sie kommunizieren intensiv per Textnachrichten, schicken sich Fotos und Sprachnachrichten, besuchen sich regelmäßig – und pendeln dabei zwischen technoider Hauptstadt-Hedonistik und ländlicher Achtsamkeit.
Ihre Liebe scheint leichtfüßig, reflektiert, digital-optimiert. Alles ist gut kuratiert – bis zu dem Moment, an dem erste Risse sichtbar werden. Denn auch wenn sie offen über Gefühle, Wünsche und Distanzen sprechen, sind beide tief in ihrer jeweiligen Lebenswelt verankert. Als Tanja 30 wird, stellt sich eine neue Ernsthaftigkeit ein: Fragen nach Perspektive, Nähe, Zukunft und Bedeutung drängen sich in den Vordergrund. Die Herausforderung, Intimität zu bewahren, ohne dass sie banal oder existenziell überladen wirkt, bringt das Paar zunehmend aus dem Gleichgewicht.
